Deutschland · Gesamtbericht, 6 Metropolregionen · Stichtag August 2026

Wie schwer ist es, in Deutschlands Großstädten einen Facharzttermin zu bekommen?

Wir haben rund 14.400 Facharzt-Profile in den sechs größten deutschen Metropolregionen auf Doctolib, Deutschlands größter Buchungsplattform, erfasst. Bei 2.082 Praxen haben wir dann direkt verglichen, was dieselbe Praxis gesetzlich und privat Versicherten anbot. Privat Versicherte konnten bei 85 % dieser Praxen buchen und warteten meist 7 Tage. Gesetzlich Versicherte konnten bei 48 % buchen und warteten 21 Tage. Die übrigen 52 % zeigten ihnen für die nächsten drei Monate gar keinen Termin, und 83 % dieser Praxen hatten im selben Moment offene PKV-Termine.

Gesetzlich (GKV)Privat (PKV)

Anteil der Praxen mit buchbarem Online-Termin

48 %
85 %

Median-Wartezeit, wo Buchung möglich war

21 Tage
7 Tage
85 %
der untersuchten Praxen boten privat Versicherten einen buchbaren Termin, Median 7 Tage Wartezeit
1.779 von 2.082 Praxen
48 %
boten gesetzlich Versicherten überhaupt einen Termin, Median 21 Tage Wartezeit
990 von 2.082 Praxen
83 %
der Praxen, die gesetzlich Versicherten nichts zeigten, hatten im selben Moment einen offenen PKV-Kalender
901 von 1.091 Praxen
71 %
der buchbaren Psychotherapie-Praxen zeigten gesetzlich Versicherten binnen 98 Tagen kein Erstgespräch
194 von 273 Praxen

Kernbefunde

Die Ergebnisse in fünf Sätzen

  • Gesetzlich Versicherte konnten bei 48 % von 2.082 untersuchten Praxen in den sechs größten deutschen Metropolregionen online einen Facharzttermin buchen; privat Versicherte bei 85 %.
  • Wo Buchung möglich war, warteten gesetzlich Versicherte im Median 21 Tage, privat Versicherte 7 Tage. Über alle 2.082 Praxen gerechnet bekamen gesetzlich Versicherte bei 14 % binnen einer Woche einen Termin, privat Versicherte bei 45 %.
  • Die 52 % Praxen ohne GKV-Termin teilen sich in 17 %, die gesetzlich Versicherte vom Online-Ersttermin ausschließen, und 35 %, die keinen freigeben; 83 % davon (901 von 1.091) hatten im selben Moment einen offenen PKV-Kalender.
  • Nach Fach zeigten Dermatologie (73 %), Psychotherapie (71 %) und Kardiologie (66 %) gesetzlich Versicherten am häufigsten nichts, HNO (24 %) am seltensten.
  • Unter Psychotherapie-Praxen mit Angabe, wen sie behandeln, sind 61 bis 76 % reine Privatpraxen. Wo ein GKV-Erstgespräch überhaupt buchbar war (79 von 273 Praxen), betrug die Wartezeit 6 Tage, genauso lang wie für Privatpatienten.

Ergebnisse im Überblick

Alle sechs Regionen in zwei Tabellen

"Buchbar" heißt: mindestens ein Online-Termin für diese Versicherungsart binnen 98 Tagen; Mediane zählen nur buchbare Praxen, die 7-Tage-Anteile alle Praxen.

Ergebnisse nach Region
BuchbarMedian-Wartezeit, TageBinnen 7 Tagen
RegionPraxenGKVPKVGKVPKVGKVPKV
Berlin35947 %91 %12622 %52 %
Hamburg35041 %83 %26613 %51 %
München35058 %90 %21814 %42 %
Frankfurt32345 %81 %3389 %37 %
Raum Düsseldorf35052 %83 %21613 %45 %
Raum Köln35042 %85 %27710 %45 %
Alle sechs Regionen2.08248 %85 %21714 %45 %
Ergebnisse nach Fachrichtung, sechs Regionen gepoolt
Kein TerminMedian-Wartezeit, Tage
FachrichtungPraxenGKVPKVGKVPKV
Dermatologie30973 %18 %286
Psychotherapie27371 %21 %66
Kardiologie30066 %18 %567
Orthopädie30047 %10 %276
Gynäkologie30045 %11 %2715
Augenheilkunde30042 %14 %198
HNO30024 %10 %225

Mediane mit ,5 sind aufgerundet. Die anonymisierte CSV hinter beiden Tabellen ist im Zitierkasten verlinkt.

Befund 1

In jeder Stadt hatten mindestens 4 von 10 Praxen online keinen Termin für gesetzlich Versicherte

Von 42 % in München bis 59 % in Hamburg zeigten Praxen gesetzlich Versicherten (GKV) binnen 98 Tagen online gar keinen Termin. Privat Versicherten (PKV) passierte das bei 15 % der Praxen.

Praxen ohne Online-Termin für gesetzlich Versicherte, je Region

Binnen 98 Tagen · rund 50 Praxen je Fach und Region

  • Hamburg59 %207 von 350
  • Raum Köln58 %202 von 350
  • Frankfurt55 %178 von 323
  • Berlin53 %189 von 359
  • Raum Düsseldorf48 %167 von 350
  • München42 %148 von 350
Datentabelle (exakte Werte)
AnteilAnzahl
Hamburg59 %207 von 350
Raum Köln58 %202 von 350
Frankfurt55 %178 von 323
Berlin53 %189 von 359
Raum Düsseldorf48 %167 von 350
München42 %148 von 350
Abbildung 1. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie.

Befund 2

Gesetzlich Versicherte warten zwei- bis viermal länger als Privatpatienten

In Berlin warten gesetzlich Versicherte doppelt so lang wie Privatpatienten, in Frankfurt viermal so lang. Über alle 2.082 Praxen bekamen privat Versicherte bei 45 % binnen 7 Tagen einen Termin und bei 71 % binnen 28 Tagen; für gesetzlich Versicherte waren es 14 und 27 %.

Median-Tage bis zum nächsten Ersttermin, je Region

Gesetzlich (GKV)Privat (PKV)Tage
Berlin
12
6
München
21
8
Raum Düsseldorf
21
6
Hamburg
26
6
Raum Köln
27
7
Frankfurt
33
8
Datentabelle (exakte Werte)
Gesetzlich (GKV)Privat (PKV)
Berlin12 Tage6 Tage
München21 Tage8 Tage
Raum Düsseldorf21 Tage6 Tage
Hamburg26 Tage6 Tage
Raum Köln27 Tage7 Tage
Frankfurt33 Tage8 Tage
Abbildung 2. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie.

An einzelnen Praxen ist die Lücke weit größer als die Mediane: 265 gegenüber 27 Tagen in Köln, 195 gegenüber 34 in München, 187 gegenüber 23 in Frankfurt, 112 gegenüber 1 in Berlin, und eine Düsseldorfer Kardiologie-Praxis, deren von der Plattform gemeldeter nächster GKV-Termin 552 Tage entfernt lag, während Privatpatienten am Folgetag kommen konnten.

Wenn Sie auf der GKV-Seite dieser Grafik stehen und mehr als 77.400 Euro im Jahr verdienen, steht Ihnen der andere Kalender womöglich offen. Was der Wechsel bedeutet, und wann wir davon abraten: Was das für Sie heißt.

Befund 3

52 % ohne GKV-Termin: 17 % schließen gesetzlich Versicherte aus, 35 % geben nichts frei

Zwei verschiedene Ursachen, die auseinanderzuhalten sind: Manche Praxen schließen gesetzlich Versicherte komplett vom Online-Ersttermin aus, andere haben die GKV-Buchung freigeschaltet, geben aber keine Termine frei.

Was 2.082 buchbare Praxen gesetzlich Versicherten anboten

Eine Praxis mit fehlgeschlagener GKV-Abfrage ausgelassen

  • 990 · 48 % · GKV-Termin buchbarMedian 21 Tage Wartezeit
  • 352 · 17 % · von der Online-Buchung ausgeschlossendieselbe Terminart für Privatpatienten offen
  • 739 · 35 % · keine GKV-Termine freigegeben620 mit GKV freigeschaltet, 119 ohne Versicherungs-Schritt
Datentabelle (exakte Werte)
PraxenAnteil
GKV-Termin buchbar99048 %
von der Online-Buchung ausgeschlossen35217 %
keine GKV-Termine freigegeben73935 %
Abbildung 3. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie.

Das sind keine leeren Kalender: 901 der 1.091 Praxen ohne GKV-Termin zeigten im selben Moment einen offenen, buchbaren PKV-Termin. Wo beide Versicherungsarten an derselben Praxis ein veröffentlichtes Datum hatten (877 Praxen), zeigten 480 denselben Termin; bei 372 kam der Privatpatient früher dran, bei 25 der gesetzlich Versicherte. Auch die Gegenrichtung kommt vor und ist gezählt: 55 Praxen schließen Privatpatienten von der Online-Buchung aus, 113 zeigten einen GKV-Termin, aber keinen PKV-Termin. Die Ungleichheit sitzt im Zugang, vor allem darin, wer überhaupt einen Kalender bekommt.

Befund 4

Am größten ist die Lücke in Dermatologie, Psychotherapie und Kardiologie

In Dermatologie und Psychotherapie zeigten sieben von zehn Praxen gesetzlich Versicherten nichts, in der Kardiologie zwei von drei. HNO ist mit 24 % das offenste Fach.

Praxen ohne Online-Termin für gesetzlich Versicherte, je Fachrichtung

Sechs Regionen gepoolt

  • Dermatologie73 %226 von 309
  • Psychotherapie71 %194 von 273
  • Kardiologie66 %198 von 300
  • Orthopädie47 %140 von 300
  • Gynäkologie45 %136 von 300
  • Augenheilkunde42 %125 von 300
  • HNO24 %72 von 300
Datentabelle (exakte Werte)
AnteilAnzahl
Dermatologie73 %226 von 309
Psychotherapie71 %194 von 273
Kardiologie66 %198 von 300
Orthopädie47 %140 von 300
Gynäkologie45 %136 von 300
Augenheilkunde42 %125 von 300
HNO24 %72 von 300
Abbildung 4. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie.

Befund 5

Die meisten Psychotherapie-Praxen behandeln nur Privatpatienten

Unter Psychotherapeuten mit Angabe, wen sie behandeln, sind 61 % (Frankfurt) bis 76 % (Hamburg) reine Privatpraxen. Kein anderes Fach kommt in irgendeiner Stadt in die Nähe. Wo ein GKV-Erstgespräch überhaupt buchbar war (79 von 273 Praxen), betrug die Wartezeit 6 Tage, genauso lang wie für Privatpatienten: Die Ungleichheit liegt im Zugang, nicht in der Wartezeit.

Psychotherapie: Nur-privat-Anteil, je Region

Unter Praxen mit Angabe, wen sie behandeln

  • Hamburg76 %118 von 156
  • Raum Düsseldorf73 %156 von 215
  • Raum Köln72 %148 von 205
  • Berlin69 %173 von 250
  • München62 %103 von 166
  • Frankfurt61 %23 von 38
Datentabelle (exakte Werte)
AnteilAnzahl
Hamburg76 %118 von 156
Raum Düsseldorf73 %156 von 215
Raum Köln72 %148 von 205
Berlin69 %173 von 250
München62 %103 von 166
Frankfurt61 %23 von 38
Abbildung 5. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie.

Befund 6

Englischsprachige Ärzte: 37 bis 54 % der Profile, die meisten in Düsseldorf und Köln

37 bis 54 % der Profile führen Englisch als Behandlungssprache, die meisten im Raum Düsseldorf und im Raum Köln. Ob englischsprachige Praxen häufiger reine Privatpraxen sind, zeigt diese Grafik nicht; die Kreuzauswertung ist für die nächste Erhebung geplant.

Anteil Profile mit Englisch als Behandlungssprache, je Region

Rund 14.400 Profile

  • Raum Düsseldorf54 %1.675 von 3.119
  • Raum Köln51 %1.551 von 3.016
  • Frankfurt49 %641 von 1.297
  • München42 %931 von 2.238
  • Berlin38 %1.140 von 2.986
  • Hamburg37 %655 von 1.778
Datentabelle (exakte Werte)
AnteilAnzahl
Raum Düsseldorf54 %1.675 von 3.119
Raum Köln51 %1.551 von 3.016
Frankfurt49 %641 von 1.297
München42 %931 von 2.238
Berlin38 %1.140 von 2.986
Hamburg37 %655 von 1.778
Abbildung 6. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie.

Einordnung

Was diese Zahlen bedeuten, klar ausgesprochen

Die folgenden Schlussfolgerungen bleiben innerhalb dessen, was die Daten tragen.

  1. Online-Direktbuchung ist in Deutschlands Städte überwiegend ein Privatversicherten-Kanal. 85 % der untersuchten Praxen waren für privat Versicherte buchbar gegenüber 48 % für gesetzlich Versicherte, und 83 % der Praxen, die gesetzlich Versicherten nichts zeigten, hatten im selben Moment einen offenen PKV-Kalender.
  2. Die Lücke ist konfiguriert, kein Zufall. 17 % der Praxen schließen gesetzlich Versicherte vom Online-Ersttermin komplett aus; weitere 30 % haben die GKV-Buchung freigeschaltet, gaben aber in 98 Tagen keinen Termin frei, und 6 % fragen die Versicherung gar nicht ab und zeigten gesetzlich Versicherten trotzdem keinen Termin. Die Ausschlüsse sind Einstellungen, gewählt Praxis für Praxis; beim Rest lässt sich an einem Tag Kontingentpolitik nicht von echter Auslastung trennen.
  3. Wo gesetzlich Versicherte hineinkommen, warten sie dreimal so lang. Median 21 Tage gegenüber 7, mit Stadt-Medianen von 12 bis 33 Tagen und Lücken an einzelnen Praxen bis in die Hunderte von Tagen.
  4. In der Psychotherapie ist privater Schutz nahezu Voraussetzung für Online-Zugang. 61 bis 76 % der erfassten Praxen sind reine Privatpraxen, und 71 % der buchbaren Praxen zeigten gesetzlich Versicherten kein Erstgespräch.
  5. Gesetzlich Versicherte sind nicht von der Versorgung ausgesperrt, aber von der Bequemlichkeit. Telefon und Hausarztweg stehen allen offen; gesetzlich Versicherte haben zusätzlich die Terminservicestelle 116117, die Privatversicherte nicht nutzen können. Diese Studie misst die Bequemlichkeitslücke des direkten digitalen Kanals, nicht mehr und nicht weniger.

Was das für Sie heißt

Betrifft Sie das?

In den sechs größten deutschen Metropolregionen zeigten 52 % der 2.082 untersuchten Praxen gesetzlich Versicherten online keinen Termin; privat Versicherte konnten bei 85 % buchen. Ob Ihnen die private Seite offensteht, hängt von drei Dingen ab: wie Sie beschäftigt sind, was Sie verdienen und wie gesund Sie beim Eintritt sind.

Angestellt, mehr als 77.400 Euro brutto im Jahr

Sie dürfen die GKV verlassen. Ihr Arbeitgeber zahlt die Hälfte des PKV-Beitrags, 2026 bis zu 613,22 Euro im Monat, denselben Betrag wie zur GKV.

Selbstständig oder freiberuflich

Sie können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Den Beitrag zahlen Sie allein, wie heute schon den vollen GKV-Beitrag: rund 21 % des Einkommens inklusive Pflegeversicherung.

Unter 77.400 Euro oder gesetzlich bleiben

Der private Kalender ist für Sie geschlossen, die anderen Türen nicht. Mit Überweisungscode muss die Terminservicestelle 116117 binnen vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln; Praxen nehmen weiter telefonische Buchungen an, und keines der sieben Fächer verlangt eine Überweisung.

Was es 2026 kostet

Privat
500 bis 600 Euro im Monat mit 30 Jahren, 650 bis 750 Euro mit 40 und 850 bis 950 Euro mit 45, in einem sehr guten Tarif mit höchstens 600 Euro Selbstbehalt im Jahr, Pflegeversicherung eingeschlossen. Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber die Hälfte.
Gesetzlich
21,1 % des Einkommens mit Kindern, 21,7 % ohne, Pflegeversicherung eingeschlossen; an der Beitragsbemessungsgrenze rund 1.226 bis 1.261 Euro im Monat.

Wann wir vom Wechsel abraten

  • Ab etwa 50 mit Vorerkrankungen
  • Ab etwa 50, wenn die Rente die gesetzliche Rente sein wird
  • Alleinverdiener mit zwei oder drei Kindern: kostenlose Familienversicherung gibt es nur in der GKV
  • Selbstständige mit stark schwankendem Einkommen

Der Weg zurück in die GKV wird mit dem Alter enger und schließt sich meist mit 55.

Unsicher, was das für Ihre eigene Versicherung heißt?

Ein kostenloses 30-Minuten-Gespräch, auf Englisch oder Deutsch. Wir prüfen, ob Sie wechseln können, was es Sie kosten würde und ob es sich in Ihrem Fall lohnt. Wenn nicht, sagen wir das.

Häufige Fragen

Brauchen gesetzlich Versicherte eine Überweisung für diese Fachärzte?

Nein. Gesetzlich Versicherte können Hautärzte, Orthopäden, Kardiologen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Augenärzte und Psychotherapeuten direkt aufsuchen. Eine Überweisung ist nur für Fächer wie Radiologie oder Labormedizin Pflicht, die nicht Teil dieser Studie sind. Praxen können eine Überweisung als eigene Hausregel trotzdem verlangen.

Heißt das, gesetzlich Versicherte bekommen gar keine Termine?

Nein. Die Studie misst den Online-Direktbuchungskanal an einem einzelnen Tag. Telefon und Hausarztweg stehen allen offen, gesetzlich Versicherte haben zusätzlich die Terminservicestelle 116117. Die Daten zeigen, dass der bequeme digitale Weg, den Privatpatienten frei nutzen, ihnen überwiegend nicht offensteht.

Warten Privatpatienten an derselben Praxis immer kürzer?

Nicht immer. Bei 877 der 2.082 Praxen konnten beide Versicherungsarten buchen. Bei 480 waren die Termine identisch, bei 372 kam der Privatpatient früher dran, bei 25 der gesetzlich Versicherte. Die größere Ungleichheit ist der Zugang: 52 % der untersuchten Praxen zeigten gesetzlich Versicherten gar keinen Termin, während 85 % Privatpatienten einen anboten.

Wurde das schon einmal untersucht?

Ja, bisher vor allem per Telefon. In einem Feldexperiment von RWI und Cornell University (2017 bis 2018, knapp 1.000 Facharztpraxen) bekamen 85 % der Anrufe einen Termin angeboten. Gesetzlich Versicherte warteten dann im Schnitt 25 Tage, Privatversicherte 12. Diese Studie misst stattdessen die Online-Buchung: Dort zeigten 52 % der Stichproben-Praxen gesetzlich Versicherten gar keinen Termin. Amtliche Statistiken dazu gibt es nicht.

Darf ich in die private Krankenversicherung wechseln?

Angestellte können die GKV verlassen, sobald ihr Bruttogehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt, 77.400 Euro im Jahr 2026. Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen wählen, Beamte in der Regel auch. Alle anderen bleiben in der GKV. Der Zugang ist nur der erste Schritt: Versicherer stellen Gesundheitsfragen und können einen Zuschlag verlangen, eine Erkrankung ausschließen oder ablehnen. Wer kann in die PKV? (englisch)

Was kostet die private Krankenversicherung im Vergleich zur GKV?

PKV-Beiträge hängen vom Alter und der Gesundheit beim Eintritt ab, nicht vom Einkommen. 2026 zahlen gesunde Antragsteller rund 500 bis 600 Euro im Monat mit 30 Jahren, 650 bis 750 Euro mit 40 und 850 bis 950 Euro mit 45, in einem sehr guten Tarif mit höchstens 600 Euro Selbstbehalt im Jahr, Pflegeversicherung eingeschlossen; Arbeitgeber zahlen die Hälfte, bis zu 613,22 Euro im Monat. Die GKV kostet 21,1 % des Bruttoeinkommens mit Kindern und 21,7 % ohne, Pflegeversicherung eingeschlossen, an der Beitragsbemessungsgrenze rund 1.226 bis 1.261 Euro im Monat. Was Krankenversicherung in Deutschland kostet (englisch)

Bedeutet privat versichert bessere Behandlung?

Nicht an sich. Gesetzlich und privat Versicherte gehen zu denselben Ärztinnen und Ärzten und in dieselben Krankenhäuser. Diese Studie misst nur eines: ob eine Praxis online einen Termin zeigt und wie bald. Sie sagt nichts über die Qualität der Behandlung und nichts darüber, ob die PKV für eine einzelne Person die richtige Wahl ist.

Ist die Beratung bei TheGoodBroker wirklich kostenlos?

Ja, vollständig: das Gespräch, der Vergleich über den gesamten Markt, der Antrag und jede Frage in den Jahren danach. Makler werden vom Versicherer bezahlt, für den Sie sich am Ende entscheiden, und deutsche Versicherer verlangen mit oder ohne Makler denselben Beitrag. Passt die PKV nicht, sagen wir das. So läuft die kostenlose Beratung (englisch)

Lesehilfe

So lesen Sie die Zahlen

Buchbare Praxis
Eine Arztpraxis mit aktiver Online-Buchung auf Doctolib am Stichtag. Praxen ohne Online-Buchung zählt die Profilzählung separat; sie gehen nie in die Verfügbarkeitszahlen ein.
Ersttermin
Der früheste Termin, den eine neue Patientin oder ein neuer Patient für den Standard-Erstbesuch des Fachs buchen kann, zweimal an derselben Praxis abgefragt: einmal als gesetzlich versicherte Person (GKV), einmal als privat versicherte (PKV).
98-Tage-Fenster
Wie weit wir vorausgeschaut haben, rund drei Monate. "Kein Termin" heißt: Der Kalender zeigte für diese Versicherungsart im gesamten Fenster nichts Buchbares. Wartezeiten jenseits davon stammen aus dem Nächster-Termin-Feld der Plattform und sind als Plattform-Angaben gekennzeichnet.
Median-Wartezeit
Der mittlere Wert: Die Hälfte der buchbaren Praxen bot einen früheren Termin, die Hälfte einen späteren. Mediane zählen nur Praxen, in denen die Versicherungsart überhaupt buchen konnte; ein kurzer Median kann also neben einem großen Anteil Praxen ohne Termin stehen.
Angenommene Versicherung (laut Profil)
Ob das Profil sagt, wen die Praxis behandelt: gesetzlich und privat Versicherte oder nur Privatpatienten. Dahinter steht die Abrechnung: Eine Praxis mit Kassenzulassung rechnet mit den gesetzlichen Kassen ab und behandelt beide Gruppen; eine Privatpraxis hat keine Zulassung und rechnet direkt mit privat Versicherten und Selbstzahlern ab. Nur ein Teil der Profile gibt das an; Nur-privat-Anteile werden immer gegen die Profile mit Angabe berichtet.

Methode und Grenzen

Was diese Studie misst, und was nicht

  1. Zwei Ebenen je Region. Eine Vollzählung von rund 14.400 erreichbaren Profilen in den sechs Regionen (Sprachen, angenommene Versicherung laut Profil, Online-Buchbarkeit) und Stichprobe von insgesamt 2.082 buchbaren Praxen, rund 50 je Fach und Region, gleichmäßig über alle Ergebnisseiten gezogen, um die verfügbarkeitsbasierte Sortierung der Plattform nicht zu übernehmen.
  2. Zuschnitt. Dieser Bericht deckt die sechs größten deutschen Metropolregionen ab (Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Raum Düsseldorf, Raum Köln; N=2.082, jede Fach-Zelle n≥23).
  3. Plattform und Versicherungskategorien. Erhoben wurde auf Doctolib, Deutschlands größter Arzt-Buchungsplattform. Die private Abfrage entspricht der Plattform-Kategorie für privat Versicherte; Selbstzahler nutzen denselben Kanal. Beide Abfragen je Praxis liefen am Stichtag unmittelbar nacheinander.
  4. Nur der digitale Zugang. Termine per Telefon oder über die Hausarztpraxis stehen beiden Versicherungsarten offen. Gesetzlich Versicherte haben zusätzlich die Terminservicestelle 116117, die mit Überweisungscode einen Termin binnen vier Wochen vermittelt und Privatversicherten nicht offensteht. Der Befund ist gerade, dass der direkte digitale Weg, der Privatpatienten offensteht, gesetzlich Versicherten überwiegend verschlossen ist.
  5. Keine Überweisung ist rechtlich nötig für eines der sieben untersuchten Fächer. Verglichen wird der identische überweisungsfreie Ersttermin für beide Versicherungsarten.
  6. Momentaufnahme, keine Saison. Praxen geben Termine in Wellen frei; Kontingent-Politik und echte Auslastung lassen sich aus einem Tag Daten nicht restlos trennen. Die offenen PKV-Kalender derselben Praxen sprechen für geschlossene Kontingente. Die Studie wird quartalsweise wiederholt.
  7. Die angenommene Versicherung ist Eigenauskunft des Profils (55 bis 59 % der Profile je Metropole geben sie an); Nur-privat-Anteile werden gegen die Profile mit Angabe berichtet. Die Englisch-Angabe ist die Eigenauskunft der Praxis.
  8. Datenqualität. Mediane zählen nur buchbare Praxen; Wartezeiten jenseits der 98-Tage-Abfrage stammen aus dem Nächster-Termin-Feld der Plattform und sind als Plattform-Angaben gekennzeichnet. Drei Verfügbarkeits-Abfragen schlugen fehl und sind wo betroffen ausgelassen. In der Köln-Datei ist eine deterministische Kodier-Korrektur von 81 Zeilen auf der Köln-Seite dokumentiert. Eine Berliner Stichprobe auf der zweitgrößten Plattform (Jameda) zeigte dieselbe Buchungslogik und keinen Hinweis auf ein anderes Bild.

Frühere Forschung. Die bekannteste deutsche Studie zum Thema ist ein Feldexperiment von RWI und Cornell University (Erhebung April 2017 bis Mai 2018, veröffentlicht 2020) [4]. Eine Testperson fragte telefonisch bei knapp 1.000 Facharztpraxen Termine an. Am Telefon bekamen 85 % der Anfragen einen Termin angeboten, Privatversicherte mit 7 % höherer Wahrscheinlichkeit. Wurde ein Termin angeboten, warteten gesetzlich Versicherte im Schnitt 25 Tage, Privatversicherte 12. Unsere Wartezeiten zeigen in dieselbe Richtung (Median 21 gegenüber 7 Tagen). Der Unterschied liegt im Kanal: Online zeigten 52 % der Stichproben-Praxen gesetzlich Versicherten gar keinen Termin. Amtliche Zahlen dazu gibt es nicht: Keine gesetzliche Vorschrift verpflichtet Praxen, Sprechstundenzeiten getrennt nach Versicherungsart zu erfassen oder zu veröffentlichen [5].

Finanzierung und Interessenkonflikt. TheGoodBroker berät zur privaten Krankenversicherung und kann bei Vermittlung eine Vergütung des Versicherers erhalten. Diese Studie wurde von keinem Versicherer finanziert oder inhaltlich beeinflusst. Methodik und aggregierte Ergebnisse sind zur unabhängigen Prüfung veröffentlicht. Die Studie misst Buchungsverfügbarkeit; sie trifft keine Aussage darüber, ob die private Krankenversicherung für eine einzelne Person die bessere Wahl ist.

Quellen. [1] § 75 Abs. 1a SGB V: Die Terminservicestelle 116117 muss Versicherten mit Überweisungscode binnen vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln. [2] § 76 SGB V: freie Arztwahl in der GKV. [3] Bundesmantelvertrag-Ärzte § 13 Abs. 4: die überweisungsgebundenen Fachgruppen (Labormedizin, Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie und weitere); keines der sieben untersuchten Fächer gehört dazu. [4] Werbeck, Wübker, Ziebarth: „Cream Skimming by Health Care Providers and Inequality in Health Care Access: Evidence From a Randomized Field Experiment“, Ruhr Economic Papers #846; Zahlen aus der RWI-Pressemitteilung vom 25.06.2020. [5] Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, WD 8 - 3000 - 078/25, „Terminvergabe an Patientinnen und Patienten der PKV und der GKV“, Abschluss 19.11.2025, S. 4. Rechtsstand September 2026.

Diese Studie zitieren

Jede Zahl dieser Seite darf mit Quellenangabe weiterverwendet werden. Zitiervorschläge:

TheGoodBroker (2026): Facharzt-Zugangsstudie, Gesamtbericht, Stichtag 26. August 2026. Vollzählung von rund 14.400 Facharzt-Profilen und Stichprobe von 2.082 buchbaren Praxen in den sechs größten deutschen Metropolregionen und 7 Fachrichtungen, öffentliche Online-Buchungsdaten. thegoodbroker.de/research/facharzttermine-deutschland
Einzelzahl: "In Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf und Köln konnten privat Versicherte bei 85 % der untersuchten Praxen online einen Facharzttermin buchen, mit sieben Tagen Median-Wartezeit. Gesetzlich Versicherte konnten bei 48 % buchen, mit 21 Tagen Median; die übrigen 52 % der Praxen zeigten ihnen binnen 98 Tagen keinen einzigen Termin, und 83 % davon hatten im selben Moment einen offenen PKV-Kalender." TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, 26. August 2026.

Presseanfragen: Jonas Marx, j.marx@thegoodbroker.de. Mitteilungen und Material auf der Presseseite. Zahlen, Grafiken und CSV sind mit Quellenangabe frei verwendbar.

Lizenz: CC BY 4.0 (Nachnutzung mit Quellenangabe und Link).

Die Serie

Sechs Metropolregionen, eine Methode, ein Stichtag

Jede Stadt wird einzeln erhoben und veröffentlicht, in einer englischen und einer deutschen Ausgabe, damit jedes Ergebnis für sich zitierfähig ist. Dieser Gesamtbericht führt die sechs Regionen zusammen.

TheGoodBroker · Unabhängiger Versicherungsmakler (Erlaubnis nach § 34d GewO). Diese Studie berichtet gemessene Buchungsverfügbarkeit. Sie ist keine medizinische Beratung, keine Bewertung von Behandlungsqualität und keine Aussage über einzelne Versicherer oder Tarife. Erhoben wurden öffentlich einsehbare Buchungsseiten; es wurden keine personenbezogenen Daten gesammelt; Praxisnamen werden nicht genannt.