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Raum Köln · Region 6 von 6 · Stichtag 26. August 2026

Wie schwer ist es, in Köln online einen Facharzttermin zu bekommen?

Wir haben 3.016 erreichbare Facharzt-Profile in sieben Fachrichtungen auf Deutschlands größter Buchungsplattform im Raum Köln erfasst und anschließend die reale Terminverfügbarkeit bei 350 online buchbaren Praxen gemessen, getrennt abgefragt für gesetzlich und privat Versicherte. Köln hat die zweitbreiteste Zugangslücke der sechs Metropolregionen, nur Hamburg liegt darüber: 58 Prozent der Praxen zeigten gesetzlich Versicherten gar keinen Termin binnen 98 Tagen, während privat Versicherte bei 85 Prozent buchen konnten, mit sieben Tagen Median-Wartezeit.

Methode: zwei Ebenen. Eine Vollzählung aller gelisteten Profile je Fachrichtung (Sprachen, Abrechnungsstatus, Online-Buchbarkeit) und eine Verfügbarkeits-Stichprobe von 50 buchbaren Praxen je Fach, gleichmäßig über alle Ergebnisseiten gezogen, Ersttermin-Terminart, ein Stichtag. Der Plattform-Ort Köln fasst Umlandgemeinden mit; berichtet wird der Raum Köln. Praxisnamen bleiben ungenannt; alle Ergebnisse aggregiert. Vollständige Methodik und Grenzen unten.

85 %
der Praxen in der Stichprobe boten privat Versicherten einen buchbaren Termin, Median 7 Tage Wartezeit
296 von 350 Praxen
58 %
zeigten gesetzlich Versicherten gar keinen Termin, nach Hamburg die zweitbreiteste Lücke der sechs Metropolen
202 von 350 Praxen
84 %
der buchbaren Hautarztpraxen zeigten gesetzlich Versicherten binnen 98 Tagen nichts
42 von 50 Praxen
51 %
aller 3.016 erfassten Profile führen Englisch als Behandlungssprache
1.551 von 3.016 Profilen

Befund 1

Die Dermatologie ist für gesetzlich Versicherte online fast geschlossen

Für jede Praxis der Stichprobe haben wir den nächsten buchbaren Ersttermin abgefragt, getrennt für gesetzlich (GKV) und privat (PKV) Versicherte, mit Blick bis 98 Tage voraus. In der Dermatologie zeigten 42 von 50 Praxen gesetzlich Versicherten im gesamten Fenster nichts; unter den 8, in denen Buchung funktionierte, lag die Hälfte der Termine mehr als zwei Monate entfernt.

Anteil Praxen ohne einen einzigen Online-GKV-Termin binnen 98 Tagen

Raum Köln, 26. August 2026 · Verfügbarkeits-Stichprobe, 50 buchbare Praxen je Fach

Dermatologie Kardiologie Psychotherapie Orthopädie Augenheilkunde Gynäkologie HNO n=50 n=50 n=50 n=50 n=50 n=50 n=50 50% 100% 84 % 74 % 74 % 52 % 50 % 42 % 28 %
Abbildung 1. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, Stichtag Raum Köln 26. August 2026, N=350.Nutzung mit Quellenangabe und Link frei.

Wo GKV-Buchung überhaupt funktionierte, waren die Wartezeiten die zweitlängsten der Serie: GKV-Median 27 Tage gegenüber 7 bei Privatpatienten, mit der Kardiologie bei 79 Tagen Median (13 von 50 Praxen buchbar) und der Dermatologie bei 66,5 (8 von 50).

Befund 2

In der Psychotherapie sind sieben von zehn erklärten Praxen reine Privatpraxen

Die Zensus-Ebene erfasst jedes erreichbare Profil, 3.016 insgesamt. Wo ein Profil seinen Abrechnungsstatus erklärt, steht die Psychotherapie weit abseits: 72 Prozent der erklärten Praxen behandeln ausschließlich privat, Teil eines Musters, das in jeder Stadt dieser Serie gilt (Berlin 69, München 62, Frankfurt 61, Düsseldorf 73, Köln 72 Prozent).

Nur-privat-Anteil unter Praxen mit erklärtem Abrechnungsstatus

Kölner Zensus, 26. August 2026 · 1.784 von 3.016 Profilen erklären einen Status

Psychotherapie Dermatologie Kardiologie Orthopädie Augenheilkunde HNO Gynäkologie 50% 100% 72 % 27 % 23 % 22 % 17 % 11 % 9 %
Abbildung 2. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, Kölner Zensus, 26. August 2026, N=3.016.Nutzung mit Quellenangabe und Link frei.

Befund 3

Die 58 Prozent ohne GKV-Termin, zerlegt

Unter den 350 Praxen der Stichprobe hat die GKV-Lücke zwei verschiedene Mechanismen, und die verdienen getrennte Lektüre.

Was 350 buchbare Kölner Praxen gesetzlich Versicherten anboten

Verfügbarkeits-Stichprobe, 26. August 2026

148 GKV-Termin buchbar Median 27 Tage Wartezeit 69 von der Online-Buchung ausgeschlossen dieselbe Terminart für Privatpatienten offen 133 null GKV-Slots freigegeben 103 mit GKV freigeschaltet, 30 ohne Versicherungs-Schritt
Abbildung 3. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, Stichtag Raum Köln 26. August 2026, N=350.Nutzung mit Quellenangabe und Link frei.

168 der 202 Praxen ohne GKV-Termin zeigten im selben Moment einen offenen, buchbaren PKV-Termin. Jede fünfte Praxis schließt gesetzlich Versicherte vom Online-Ersttermin komplett aus, zusammen mit Berlin der höchste Wert der Serie. Wo beide Versicherungsarten ein veröffentlichtes Datum hatten, führten 56 der 128 direkt vergleichbaren Praxen getrennte Kalender, und dort lag der GKV-Median 14 Tage höher.

Befund 4

Gleiche Praxis, gleiche Terminart, bis zu 238 Tage Abstand

Wo eine Praxis getrennte Kalender führt und für beide Versicherungsarten Termine veröffentlicht, wird die Lücke direkt messbar. Die größte Lücke je Fachrichtung, jeweils die identische Ersttermin-Terminart an der identischen Praxis. Eine kardiologische Praxis listete den nächsten GKV-Termin in 265 Tagen, während Privatpatienten nach 27 kommen konnten.

Tage bis zum nächsten buchbaren Ersttermin, nach Versicherungsart

Größte Lücke an derselben Praxis je Fachrichtung, Raum Köln, 26. August 2026

Gesetzlich (GKV)Privat (PKV)
Kardiologie Augenheilkunde HNO Gynäkologie Orthopädie 0 280 Tage 27 265 62 222 5 182 34 153 5 106
Abbildung 4. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, Stichtag Raum Köln 26. August 2026.Nutzung mit Quellenangabe und Link frei.

Befund 5

Englischsprachige Versorgung: jedes zweite Profil, mit der üblichen Schlagseite

Über den gesamten Zensus führen 51 Prozent der Profile Englisch als Behandlungssprache. Orthopädie, Kardiologie und Gynäkologie vorn. Die Psychotherapie liegt mit 35 Prozent hinten, und sie ist zugleich das Fach, in dem privater Schutz der Voraussetzung am nächsten kommt.

Anteil Profile mit Englisch als Behandlungssprache

Kölner Zensus, 26. August 2026 · alle 3.016 erreichbaren Profile

Orthopädie Kardiologie Gynäkologie HNO Dermatologie Augenheilkunde Psychotherapie 50% 100% 61 % 61 % 57 % 53 % 47 % 40 % 35 %
Abbildung 5. TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, Kölner Zensus, 26. August 2026, N=3.016.Nutzung mit Quellenangabe und Link frei.

Einordnung

Was diese Zahlen bedeuten, klar ausgesprochen

Die folgenden Schlussfolgerungen bleiben innerhalb dessen, was die Daten tragen.

  1. Köln hat die zweitbreiteste Zugangslücke der sechs Metropolregionen, hinter Hamburg. 58 Prozent der untersuchten Praxen zeigten gesetzlich Versicherten gar keinen Termin, während 85 Prozent Privatpatienten einen anboten, mit sieben Tagen Median-Wartezeit.
  2. Dermatologie und Kardiologie sind für gesetzlich Versicherte online fast geschlossen. 84 und 74 Prozent der buchbaren Praxen zeigten ihnen nichts; wo Buchung funktionierte, lagen die Mediane bei 66,5 und 79 Tagen gegenüber 15 und 6 bei Privatpatienten.
  3. Die Lücke ist konfiguriert, kein Zufall. 20 Prozent der Praxen schließen gesetzlich Versicherte vom Online-Ersttermin komplett aus, und 83 Prozent der Praxen, die gesetzlich Versicherten nichts zeigten, hatten im selben Moment einen offenen PKV-Termin.
  4. In der Psychotherapie ist privater Schutz nahezu Voraussetzung für Online-Zugang. 72 Prozent der erklärten Profile behandeln ausschließlich privat, und 74 Prozent der buchbaren Praxen zeigten gesetzlich Versicherten kein Erstgespräch.
  5. Für englischsprachige Patienten addieren sich beide Lücken. Englischsprachige Versorgung ist verbreitet (51 Prozent der Profile), konzentriert sich aber genau in den Fächern und Praxen, in denen privater Schutz die Tür öffnet.

Methode und Grenzen

Was diese Studie misst, und was nicht

  1. Zwei Ebenen. Eine Vollzählung von 3.016 erreichbaren Profilen (Sprachen, erklärter Abrechnungsstatus, Online-Buchbarkeit) und eine Verfügbarkeits-Stichprobe von 350 buchbaren Praxen, 50 je Fach, gleichmäßig über alle Ergebnisseiten gezogen, um die verfügbarkeitsbasierte Sortierung der Plattform nicht zu übernehmen. Der Plattform-Ort Köln fasst Umlandgemeinden mit; die Ergebnisse beschreiben den Raum Köln.
  2. Plattform und Versicherungskategorien. Erhoben wurde auf Doctolib, Deutschlands größter Arzt-Buchungsplattform. Die private Abfrage entspricht der Plattform-Kategorie für privat Versicherte; Selbstzahler nutzen denselben Kanal. Beide Abfragen je Praxis liefen am Stichtag unmittelbar nacheinander.
  3. Nur der digitale Zugang. Gesetzlich Versicherte bekommen Termine weiterhin per Telefon, über die Hausarztpraxis oder über die Terminservicestelle 116117, die mit Überweisungscode einen Termin binnen vier Wochen garantiert. Der Befund ist gerade, dass der direkte digitale Weg, der Privatpatienten offensteht, gesetzlich Versicherten überwiegend verschlossen ist.
  4. Keine Überweisung ist rechtlich nötig für eines der sieben untersuchten Fächer. Verglichen wird der identische überweisungsfreie Ersttermin für beide Versicherungsarten. Die Plattform kodiert Überweisungspflichten strukturiert; keine der untersuchten Ersttermin-Terminarten trug eine.
  5. Momentaufnahme, keine Saison. Praxen geben Slots in Wellen frei. Wo Buchung freigeschaltet war, aber kein Slot erschien, lassen sich Kontingent-Politik und echte Auslastung aus einem Tag Daten nicht restlos trennen; die offenen PKV-Kalender derselben Praxen sprechen für Kontingent-Politik. Die Studie wird quartalsweise wiederholt.
  6. Den Abrechnungsstatus erklären 59 Prozent der Profile; Nur-privat-Anteile werden gegen die erklärte Basis berichtet und so ausgewiesen. Die Englisch-Angabe ist die Eigenauskunft der Praxis.
  7. Datenvermerk. In der Köln-Datei betraf ein Kodier-Ausrutscher die Versicherungs-Konfigurations-Markierung von 81 Zeilen; weil der Erhebungscode die mehrdeutigen Kombinationen nicht erzeugen kann, war die Korrektur deterministisch und ließ keinen ungeklärten Fall übrig. Mediane zählen nur über buchbare Praxen; Wartezeiten jenseits der 98-Tage-Abfrage stammen aus dem Nächster-Termin-Feld der Plattform; geteilte Kalender zählen als gleicher Zugang.

Finanzierung und Interessenkonflikt. TheGoodBroker berät zur privaten Krankenversicherung und kann bei Vermittlung eine Vergütung des Versicherers erhalten. Diese Studie wurde von keinem Versicherer finanziert oder inhaltlich beeinflusst. Methodik und aggregierte Ergebnisse sind zur unabhängigen Prüfung veröffentlicht. Die Studie misst Buchungsverfügbarkeit; sie trifft keine Aussage darüber, ob die private Krankenversicherung für eine einzelne Person die bessere Wahl ist.

Diese Studie zitieren

Jede Zahl dieser Seite darf mit Quellenangabe weiterverwendet werden. Zitiervorschläge:

TheGoodBroker (2026): Facharzt-Zugangsstudie, Stichtag Raum Köln 26. August 2026. Vollzählung von 3.016 Facharzt-Profilen und Verfügbarkeits-Stichprobe von 350 buchbaren Praxen in 7 Fachrichtungen, öffentliche Online-Buchungsdaten. thegoodbroker.de/research/facharzttermine-koeln
Einzelzahl: "Im Raum Köln konnten privat Versicherte bei 85 Prozent der untersuchten Praxen online einen Facharzttermin buchen, mit sieben Tagen Median-Wartezeit. Gesetzlich Versicherte konnten bei 42 Prozent buchen und warteten im Median 27 Tage; die übrigen 58 Prozent der Praxen zeigten ihnen binnen 98 Tagen keinen einzigen Termin." TheGoodBroker Facharzt-Zugangsstudie, 26. August 2026.

Lizenz: CC BY 4.0 (Nachnutzung mit Quellenangabe und Link).

Die Serie

Sechs Metropolregionen, eine Methode, ein Stichtag

Jede Stadt wird einzeln erhoben und veröffentlicht, damit jedes Ergebnis für sich zitierfähig ist, in einer englischen und einer deutschen Ausgabe mit Stadt-PDF in beiden Sprachen. Ein Gesamtbericht aggregiert die sechs Metropolregionen.

Häufige Fragen

Brauchen gesetzlich Versicherte eine Überweisung für diese Fachärzte?

Nein. Gesetzlich Versicherte können Hautärzte, Orthopäden, Kardiologen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Augenärzte und Psychotherapeuten direkt aufsuchen. Eine Überweisung ist nur für Fächer wie Radiologie oder Labormedizin Pflicht, die nicht Teil dieser Studie sind. Praxen können eine Überweisung als eigene Hausregel trotzdem verlangen.

Heißt das, gesetzlich Versicherte bekommen gar keine Termine?

Nein. Die Studie misst den Online-Direktbuchungskanal an einem Stichtag. Telefon, Hausarztweg und die 116117 stehen gesetzlich Versicherten weiter offen. Die Daten zeigen, dass der bequeme digitale Weg, den Privatpatienten frei nutzen, ihnen überwiegend nicht offensteht.

Warten Privatpatienten an derselben Praxis immer kürzer?

Nein. Wo eine Praxis einen gemeinsamen Kalender für beide Versicherungsarten führt, sehen beide identische Termine, und das ist in Köln die Mehrheit der direkt vergleichbaren Fälle (72 von 128). Wo Kalender getrennt sind, lag der GKV-Median 14 Tage höher, mit Lücken bis 238 Tagen an einzelnen Praxen. Die größere Ungleichheit ist der Zugang: 58 Prozent der untersuchten Praxen zeigten gesetzlich Versicherten gar keinen Termin, während 85 Prozent Privatpatienten einen anboten.

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TheGoodBroker · Unabhängiger Versicherungsmakler (Erlaubnis nach § 34d GewO). Diese Studie berichtet gemessene Buchungsverfügbarkeit. Sie ist keine medizinische Beratung, keine Bewertung von Behandlungsqualität und keine Aussage über einzelne Versicherer oder Tarife. Erhoben wurden öffentlich einsehbare Buchungsseiten; es wurden keine personenbezogenen Daten gesammelt; Praxisnamen werden nicht genannt.

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